VLV

Die vom SNF als Sinergia-Projekt unterstützte Fortsetzung einer interdisziplinären Studie zum Altern aus der Romandie mit Ausweitung auf die Deutschschweiz und das Tessin.

Gesamtprojektleitung: Prof. Pasqualina Perrig-Chiello (Universität Bern) & Prof. Michel Oris (Universität Genf)

Die Publikationen The Journals of Gerontology Series B: Psychological Sciences and Social Sciences und in der Zeitschrift für Familienforschung (www.budrich-journals.de) zeigen den Vergleich typischer Herausforderungen der Verwitwung über 30 Jahre. Während sich die wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen nach einer Verwitwung im Zeitvergleich verbessert haben, zeigen sich bezüglich psychischer Herausforderungen einer Verwitwung keine periodenspezifischen Veränderungen. Psychisch bleibt der Partnerverlust auch bei günstigen Sozialbedingungen ein kritisches Lebensereignis, das individualisiert bewältigt werden muss.
Die vollständigen Beiträge sind unter den Downloads zu finden.

VLV (Vivre-Leben-Vivere) ist ein Sinergia-Projekt des Schweizerischen Nationalfonds (SNF), welches eine interdisziplinäre Studie zum Altern aus der Romandie fortsetzt und national ausweitet. Dabei werden nebst den früheren auch neue relevante und zeitlich angepasste Parameter erhoben. Nach den Erhebungen in den Jahren 1979 und 1994 in Genf und im Wallis werden beim dritten Erhebungszeitpunkt 2011/12 nun mit Bern und Basel auch die Deutschschweiz sowie das Tessin einbezogen. Der Fokus dieser Studie liegt auf der zunehmenden Heterogenisierung des Alters sowie der biographischen Kontinuität und Veränderung bezüglich Wohlbefinden, Gesundheit, Autonomie, kritischer Lebensereignisse und Ressourcen von Individuen im beruflichen, familialen und gesellschaftlichen Kontext. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für interdisziplinäre Gerontologie der Universität Genf, dem Genfer Universitätsspital, der Universität Lausanne, der Universität Freiburg, sowie der Fachhochschule Westschweiz setzen 17 Teams aus verschiedenen Disziplinen 6 Subprojekte um. Dazu werden insgesamt 4'200 Personen im Alter von über 65 Jahren mittels Interview und Paper-Pencil Fragebögen befragt.

Das Subprojekt unter der Leitung von Prof. Pasqualina Perrig-Chiello (Universität Bern), Dr. med. Alessandra Canuto (Universitätsspital Genf) und Prof. Dario Spini (Universität Lausanne) fokussiert dabei die psychologisch-psychiatrische Dimension und untersucht die Rolle von vorangehenden Transitionen, psychischer Gesundheit, Persönlichkeit, Coping-Strategien und sozialen Ressourcen in der Bewältigung von altersspezifischen Verlusten und kritischen Lebensereignissen, speziell den Verlust des Partners, sowie deren Bedeutung für das subjektive Wohlbefinden und die Gesundheit. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei auch kulturellen und Geschlechtsunterschieden.
Folgende Themenschwerpunkte werden untersucht:

  • Die Prävalenz psychischer Gesundheit bei den über 65-Jährigen in der Schweiz sowie die psychologischen und sozialen Faktoren, welche damit verbunden sind.
  • Die Ausprägung von Wohlbefinden, subjektiver Gesundheitseinschätzung, Depression, Sterberate und Beziehungsmustern und deren Veränderung über die letzten 30 Jahre.
  • Das Ausmass, inwiefern Gesundheitsverläufe der letzten 30 Jahre durch die Persönlichkeit und die psychische Gesundheit im Alter erklärt werden.
  • Die Determinanten, welche im Falle des Verlustes des Partners, unter Berücksichtigung individueller Ressourcen, zu erhöhter Vulnerabilität oder Wachstum führen.
  • Die kurz- und langfristigen Auswirkungen sowie der Coping-Prozess bei diesem kritischen Lebensereignis.
  • Die direkte Beziehung zwischen Persönlichkeitsfaktoren und psychischer Gesundheit sowie der Outcomevariablen subjektives Wohlbefinden und subjektive Gesundheit unter Berücksichtigung von Selbstregulationsmechanismen als Mediator-Variablen.