Prospective Memory, Executive Functions, and Metacognition in 2nd graders

Claudia Roebers, Beat Meier, Manuela Spiess

Im Juni 2012 wurde eine Kooperationsstudie zwischen der Abteilung Entwicklungspsychologie und der Abteilung Allgemeine Psychologie und Neuropsychologie unter der Leitung von Prof. Dr. Claudia Roebers, Prof. Dr. Beat Meier und M Sc Manuela Spiess durch eine Teilfinanzierung mit CCLM Forschungsgeldern gestartet. In diesem Forschungsprojekt geht es um „Prospektives Gedächtnis, Exekutive Funktionen und Metakognition bei Zweitklässlern“.

Thematik und Ziel des Forschungsprojektes

Unter Prospektivem Gedächtnis wird die Fähigkeit, eine Absicht zu planen, sie im Gedächtnis zu behalten und zum richtigen Zeitpunkt ohne expliziten Abrufreiz zu erinnern und auszuführen, verstanden.
Der Begriff Exekutive Funktionen ist ein Sammelbegriff und umfasst 1. Inhibition (Unterdrücken von vorschnellen oder automatisierten Antworten); 2. Updating (Arbeitsgedächtnis, Anpassen, Überwachen von Arbeitsgedächtnisrepräsentationen) und 3. Switching/Shifting (kognitive Flexibilität, flexibler Aufgaben-, Aufmerksamkeits-, Strategiewechsel).
Unter Metakognition wird „Wissen über eigenes Wissen“ oder Überwachung/Kontrolle eigenen (Lern-)Verhaltens verstanden. Es wird dabei zwischen metakognitivem Monitoring (zB Beurteilung der eigenen Leistung) und metakognitiver Kontrolle (zB Anpassung der Lernzeit, Fehlerkorrektur) unterschieden.
Diese Fähigkeiten weisen insbesondere auf der theoretischen Ebene viele Gemeinsamkeiten auf, einige empirische Nachweise sprechen ebenfalls für Zusammenhänge. Zudem unterliegen all diesen Fähigkeiten grosse Entwicklungsfortschritte in der Kindheit und sie spielen im (Schul-)Alltag eine wichtige Rolle. Das Forschungsprojekt hat daher zum Ziel, einerseits individuelle Unterschiede und Zusammenhänge zwischen diesen drei kognitiven Fertigkeiten sowohl quer- als auch längsschnittlich zu untersuchen, andererseits deren kurz- bis mittelfristigen Entwicklungsverläufe aufzuzeigen.

Stichprobe und Ablauf

Für diese Studie konnten 10 Schulen aus den Kantonen Bern und Luzern rekrutiert werden, die Stichprobe umfasst 119 Kinder (M = 95 Monate, SD = 4.8 Monate).
Die Daten wurden am Anfang des 2. Schuljahres 2012 (= 1. MZP) sowie am Ende des 2. Schuljahres 2013 (= 2. MZP) erhoben. Zu beiden Messzeitpunkten wurden die gleichen Aufgaben vorgelegt.
Ein/e Projektmitarbeiter/in besuchte die Schule während den regulären Unterrichtszeiten. Mit den Kindern wurden einzeln in zwei Blöcken à ca. 30 Minuten insgesamt 7 kindgerechte, spielerisch gestaltete und teilweise computerisierte Aufgaben bearbeitet (ereignisbasierte Prospektive Gedächtnisaufgabe, Flanker, Früchte/Gemüse Stroop, Farbenspanne rückwärts, Buchstaben-Zahlenfolge, kognitive Flexibilität, Verbale Flüssigkeit). Eine weitere Aufgabe (Metakognition) im Papier/Stift Format wurde als Gruppentest im Klassenverband durchgeführt.