AgeCare-SuisseLatine

Ein interdisziplinäres Projekt zur Situation pflegender Angehöriger von Senioren in der französisch- und italienischsprechenden Schweiz (finanziert durch Spitex Verband Schweiz)

Gesamtprojektleitung: Prof. Pasqualina Perrig-Chiello, Universität Bern
in Zusammenarbeit mit Prof. François Höpflinger, Institut für Soziologie, Universität Zürich
 

AgeCare-SuisseLatine ist ein Anschussprojekt an die StudieSwissAgeCare-2010, deren Ziel es ist, die psychosoziale Situation der pflegenden Angehörigen von Senioren in der Schweiz aus demographisch-epidemiologischer, soziologischer und psychologischer Perspektive zu erforschen. Um repräsentative Daten für die gesamte Schweiz zu erhalten, soll die Untersuchung nach der Studie SwissAgeCare-2010 zur deutschsprachigen Schweiz nun auch in der französisch- und italienischsprechenden Schweiz erfolgen. Die Untersuchung in der Romandie und im Tessin soll dieselbe Zielsetzung mit demselben Untersuchungsdesign verfolgen wie in der Deutschschweiz. Folgende Adaptationen drängen sich jedoch auf:

  1. Zum Themenschwerpunkt „Pflegebedürftigkeit und informell Pflegende in der Schweiz“ hat F. Höpflinger eine Dokumentation zur demographischen und epidemiologischen Situation für die Gesamtschweiz erstellt. Im Rahmen von AgeCare-SuisseLatine sollen die Unterschiede zwischen Deutsch- und West- und Südschweiz herausgearbeitet und evident gemacht werden.
  2. Bezüglich der psychosozialen Perspektive „Pflegende Angehörige von Senioren in der Schweiz und Spitex“ wurden im Rahmen von SwissAgeCare-2010 mittels einer Fragebogenerhebung Daten von 740 Personen, informell sowie von professionell Pflegenden, erhoben. Im Projekt AgeCare-SuisseLatine soll nun der benutzte Fragebogen übersetzt und für die Verhältnisse in der Romandie und im Tessin validiert werden. Der Fragebogen soll alsdann an 300 Spitex-Mitarbeiterinnen geschickt werden, welche ihrerseits 300 pflegende Bezugspersonen zur Teilnahme motivieren.
  3. Im Rahmen von SwissAgeCare-2010 wurden mittels qualitativer Analysen 20-25 Pflegesettings untersucht, um die Schnittstellen zwischen den selbständigen Leistungen der Pflegebedürftigen, den Betreuungsleistungen der Angehörigen, Freunde und Nachbarn und der Pflegeleistungen der Spitex zu eruieren. 5 dieser Pflegesettings befinden sich in der französischsprachigen Schweiz. Dieser qualitative Teil der Studie liefert uns eine genügend grosse Wissensbasis, weshalb in AgeCare-SuisseLatine keine qualitativen Studien mehr durchgeführt werden.
  4. Schliesslich sollen in einem letzten Arbeitsschritt die im Rahmen von SwissAgeCare-2010 ermittelten zukünftige Entwicklungen und Szenarien, welche für die Gesamtschweiz eruiert wurden, spezifischer auf regionale Unterschiede, insbesondere bezüglich Deutschschweiz, Romandie und Tessin, ausdifferenziert werden.